Jetzt geht’s richtig los!

Heute ging es richtig los: die Bauprojekte nehmen langsam Form an. Das Walipini-Erdgewächshaus hat seine ersten Steine für die Wände erhalten. Nachdem die Steine rundum sorgfältig und akkurat in einer Reihe gelegt wurden, durften wir Beton anmischen und anschließend in die erste Reihe der Steine füllen. Im Anschluss platzierten wir Metallstäbe über die Steine und legten die zweite Reihe.

Währenddessen bauten andere Schülerinnen das Hausgestell aus Holz, welches, wenn es fertig ist, oben auf den Steinwänden befestigt wird. Dafür bogen sie Holzlatten entlang einer selbstgebauten Schablone, zwischen zwei Latten befestigten sie Holzblöcke und hielten damit die Latten in der gewünschten Form. Das Gerüst ähnelt sehr einem gotischen Spitzbogen.

Auch beim Bau des Schlafsaals ging es schnell voran: auf die bereits stehende Betonmauer legten Schüler nun eine Teerfolie aus und schraubten darauf Bretter. In regelmäßigesn Abständen bohrten sie kleine Holzklötze, die zur Stabilisation für das Gestell der Wände dienen. Obendrauf bereiteten die Schüler nun die Dachkonstruktion vor.  

Also hatten wir heute einen sehr erfolgreichen Tag, an dem man sehen konnte, wie alles wächst und gedeiht.

LP, YK, IS, St

Nett?

Heute war ein besonderer Tag, weil wir Besucher und Gastgeber waren, da unsere Gastgeber bei uns zu Besuch waren. Die zehnte Klasse der Waldorfschule Debrecen kam, um mit uns zu arbeiten, zu reden, zu spielen und um uns so kennen zu lernen. Nach einer Vorstellungsrunde gingen wir in gemischten Gruppen zu unseren drei Baustellen und arbeiteten gemeinsam. Toll war, dass viele von uns sich direkt gut mit den anderen Schülern verstanden und es entwickelten sich interessante Gespräche.


Spannend war der Umgang mit der Sprache, die Schüler aus Debrecen konnten genauso gut Deutsch wie wir Französisch (also wenig), wenn wir uns nicht auf Englisch verständigen konnten, haben wir mit Händen und Füßen kommuniziert.

Zum Abschluss wurde dann mit fast allen Schülern 10er-Ball gespielt, die gemischten Mannschaften spielten gut im Team, weshalb es viel Spaß gemacht hat. Danach mussten wir auch schon Abschied nehmen. Gut das wir uns schon in zwei Tagen in der Stadt Debrecen wieder sehen.



LP, IS, YK

Zusammen anpacken

Nach einer erholsamen Nacht und einem musikalischen Erwachen (wegen Eowyn, Ida und einer Musikbox) begannen wir mit einigen genervten Jungs um 6.45 Uhr mit unserem gemeinsamen Frühstück. Anschließend trafen wir uns in Arbeitskleidung zum Morgenkreis, um den weiteren Tagesablauf zu besprechen. Wir teilten uns in unsere Gruppen auf und fingen an zu arbeiten.
Die Aufgaben für heute waren es zum Beispiel Holz und Steine zu den Baustellen zu schleppen und den Klärteich auszuheben – zumindest damit anzufangen. Zudem wurden das Kaninchengehege und ein alter Schuppen abgerissen, um Platz für neue Sanitäranlagen zu schaffen.


Beim schrecklich schweren Schleppen, kräftezehrend und nervig, kam eine Schülerin auf die Idee, dass das wohl besser geht – danke Juna! Nach einer ganz kurzen Verständigung wurden eine Menge Arbeitskräfte eingesammelt und wir bildeten eine Ameisenkette, mit der wir die insgesamt 240 Steine – etwa 17 Kilo pro Stein – über eine gewaltige Distanz von etwa 100 Meter beförderten.

LP, JH, IS, YK, ST

Heiß und Nass

Bei bestem Wetter und gute Laune starteten wir am Montagvormittag auf unsere knapp 1500 Kilometer lange Reise ins ostungarische Debrecen. Dort wollen wir die Napra-Farm weiter ausbauen, einen Aufenthalts- und Veranstaltungsort der Waldorfschule Debrecen, der schon im letzten Jahr durch das VLL-Projekt der Vorgängerklasse mit einem Sommerhaus und andere Einrichtungen gestaltet wurde. Äußerlich verlief die Fahrt nahezu ungebremst, sodass wir am Dienstag bereits im Morgengrauen ankamen – zwischen Sägewerk und einem Eisenbahnhaltepunkt, über den wir einem Trampelpfad folgend die Farm erreichten, unsere Zelte aufbauen und Frühstücken konnten.

Allerdings war im Bus einiges los: wegen der Hitze lief die Klimaanlage auf Höchsttouren, bis es anfing zu tropfen, zu laufen, und sich schließlich niagarafallartig über einige Sitze ergoss. Die beiden Busfahrer bemühten sich nach Kräften, die Fluten – eigentlich waren es eher Rinnsale – einzudämmen, aber – inzwischen waren die österreichische Grenze und die Abendstunden erreicht – als alles nichts nutzte, wurde die Klimaanlage abgeschaltet und die Lüftung voll aufgedreht, um die Luft im Bus erträglich zu halten. So konnten dann mitten in der Nacht, kurz vor dem Grenzübertritt nach Ungarn, alle Plastiktüten, Handtücher und Lappen wieder eingesammelt werden, der Innenraum war wieder einigermaßen trocken und jeder und jede konnte sich ausprobieren, ob nicht eine gelingende Schlafposition auf den Sitzen zu finden war.

Nun war das wohl einzig verbleibende Spektakuläre die Fahrt durch das nächtliche Budapest und das Panorama des beleuchteten Donauufers, als wir eine der eleganten Donaubrücken in der ungarischen Hauptstadt überquerten.

ST